Nomad City Passage 01 / Prosperität und Privatisierung

Nomad City Passage Düsseldorf, erste Übernachtung, museum kunst palast. Foto: Christian Ahlborn

 

Alles geht nach Hause. Wir bleiben. Zum Schlafen.5 Nächte zog ein Zeltplatz durch Düsseldorf und lud zu ungewöhnlichen Übernachtungen ein.
Es wurden Orte aufgesucht, die für Düsseldorfs Selbstbild als prosperierende Stadt stehen: Kunstmuseum, Medienhafen, Shopping-Mall, Tennisclub und Golfplatz.Nachmittags installiert das Zelt-Team vor Ort die Zeltplatz-Rezeption. Abends treffen die Gäste ein. Beim Einchecken erhält jeder Gast Zelt, Luftmatratze, Handtuch, Taschenlampe und Nachtlektüre. Er sucht sich seinen Platz, wo er sich für diese Nacht niederlässt.Zusammen mit dem „Ortseigner“ erzählt das Zelt-Team in einer informellen Auseinandersetzung mit den Gästen über Hintergründe, Geschichte, Funktion etc. des Ortes.Durch die Übernachtung wurde ein persönlicher Bezug geschaffen zwischen dem einzelnen Stadtbewohner und einem Ort, der vordergründig nach repräsentativen Gesichtspunkten ausgerichtet ist. Die nächtliche Unbenutztheit, der funktionslose Zustand bot Gelegenheit, den Ort außerhalb seiner Inszenierung zu begreifen.Das Verlagern eines der intimsten Handlungen des Menschen – das Schlafen – an eine öffentliche oder halböffentliche Stelle öffnet eine neue Wahrnehmung des Platzes und mit ihm der gesamten städtischen Struktur.

Shoppingmall Sevens, KönigsalleeShoppingmall Sevens, Königsallee. Foto: Saskia Zeller
museum kunst palastmuseum kunst palast
Gehrybauten, Medienhafen

 

 

Konzept/Realisation:  Oliver Gather, Rebekka Reich
www.nomadcitypassage.de
unterstützt von der Kunststiftung NRW, dem Kulturamt und dem Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf 2005


Filmdokumentation: Jens Barlag,14min

Nomad City Passage, Düsseldorf 2005. Fotos Christian Ahlborn


 

 

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