Librarium – Gibt es ein wichtiges Buch in Ihrem Leben?

Ausgehend von der Idee des Platzes als Treffpunkt und Ort der Kommunikation, wird dieser oft südländisch romantisierte Gedanke auf einen durch Verkehr stark belasteten Platz (Verkehrsrestraum) aus den 50er Jahren im deutschen Winter übertragen. Auf die seitens des Stadtplanungsamtes gestellte  Frage nach einer Platzgestaltung, die dem „verwahrlosten“ Platz mehr Aufenthaltsqualität verleiht, wurde im vorausgehenden Sommer  mit einer Reihe von kleinen Versuchsprojekten (Wasserstelle, Feuerstelle, provisorische Bestuhlung, Passantenportraitzeichenecke, Teewagen,  Anwohnerinterviews) das Potential des Platzes und die Bedürfnisse seiner Nutzer ausgelotet.Für den Winter 2003 errichtet das Künstlerteam ein Glashaus, das, mit einem Holzöfchen ausgestattet, die Platznutzer einlädt, sich zu ihrem „wichtigsten“ Buch zu äußern. Die genannten Bücher werden zusammen mit den persönlichen Begründungen im Glashaus ausgestellt. Im Laufe der Projektzeit steht eine wachsende Zahl von Büchern zum Lesen und Diskutieren zur Verfügung, die insbesondere durch die persönlichen Rezensionen von Anwohnern, Obdachlosen, Junkies und Straßenbahnnutzern eine lebendiges Bild der Platznutzer zeichnet.Die Arbeit im Glashaus wurde nach Projektende auf Wunsch der Anwohner mit dem Projekt „frühbeet“ bis 2005 von Oliver Gather und Anne Mommertz weitergeführt. „frühbeet“ war der Rahmen für zahlreiche Arbeiten von Künstlern aller Sparten, die sich unmittelbar mit dem Worringer Platz auseinandersetzten. Seit 2005 wird das Glashaus von wechselnden Kuratorenteams bespielt (http://www.glashaus2012.de).
Konzept und Realisation: Oliver Gather, Anne Mommertz
Unterstützt von Kulturamt und Stadtplanungsamt Düsseldorf
Düsseldorf, Worringer Platz 2003

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